Freiheitsindex 2023

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Freiheitsindex 2023

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Erstellt am 27 Dez 2023 | zuletzt bearbeitet vor 4 Wochen von Steffen

Bricht die Mauer des Schweigens?

Der Freiheitsindex 2023 ist ein gemeinsames Projekt des Instituts für Demoskopie Allensbach und Media Tenor International.


Den gesamten Bericht gibt es hier. Ihm sind auch die folgenden Graphiken entnommen. In Deutschland wurden insgesamt 8034 Menschen befragt. Ich empfehle dringend, die komplette Studie zu lesen. Ich habe mir hier die Themen herausgenommen, die ich besonders interessant finde.


Ich habe einige für mich interessante Grafiken herausgenommen und möchte meine Gedanken dazu äußern.


Das ist neu! Seit Beginn der gesamtdeutschen Erhebung (1990) haben wir 2023 das erst Mal, dass mehr Menschen der Meinung sind, besser vorsichtig zu sein.

Ich persönlich würde derzeit auch eher dahin tendieren. Gleichzeitig finde ich diese Entwicklung besorgniserregend.

Freiheitsindex 2023

Nachfolgend wird im Freiheitsindex 2023 gezeigt, wie sich dieses Bild in Abhängigkeit von der Sympathie für bestimmte Parteien darstellt.

Interessant ist hier, dass einzig die Anhänger der Grünen mehrheitlich der Meinung sind, frei reden zu können.

Insgesamt sind die Befragten eher der Meinung, dass man besser vorsichtig ist, seine politische Meinung zu sagen.

Grüne Ideologien sind derzeit so „in“, dass dieses Ergebnis aus meiner Sicht nicht wirklich überraschend ist. Die allgemeine Stimmung hingegen finde ich besorgniserregend.


Die Teilnehmer der Befragung wurden mit Fragen konfrontiert, bei denen sie angeben sollten, ob sie das auch so sehen.

Mehr als die Hälfte gibt an, dass es an ehrlichen, geradlinigen Politikern fehlt.

Ja, Politiker wie Genscher oder Strauß gibt es heute nicht mehr.

Ebenfalls mehr als 50% haben den Eindruck, dass sie in der Öffentlichkeit unter Beobachtung stehen.

Diese zweite Aussage passt recht gut zur ersten Graphik, finde ich.

Freiheitsindex 2023

Betrachten wir die Verteilung der Berichterstattung über SARS-CoV-2 und COVID-19, so zeigt sich recht deutlich, dass unser öffentlich-rechtlicher Rundfunk scheinbar vergessen hat, was neutrale Berichterstattung bedeutet.


Im Übrigen merke ich das auch daran, dass das sogenannte „gendergerechte Sprechen“ hier entgegen der mehrheitlichen Meinung der Deutschen hochgehalten wird.

Insgesamt 68% der Befragten halten Gendern für sehr bzw. eher unwichtig, lediglich 14% für eher wichtig und nur 9% für sehr wichtig. Damit lehnen 2/3 bis 3/4 (je nachdem, wie man die Statistik betrachtet) die gendergerechte Sprache ab.

Quelle: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1120925/umfrage/umfrage-in-deutschland-zur-relevanz-von-geschlechtergerechter-sprache/


Diese Graphik zeigt eindrucksvoll, welche Macht die Medien haben. Links ist gut zu erkennen, dass Drosten deutlich überrepräsentiert ist, der ja gleichzeitig die Maßnahmen der Regierung in der Corona-Zeit unterstützt hat. Über den deutlich kritischeren Streeck wurde vergleichsweise selten berichtet. Rechts ist das sehr unausgewogene Verhältnis der Universitäten zu erkennen.

So kann man die Massen beeinflussen. Aufgabe der Medien ist eine neutrale und ausgewogene Berichterstattung. Davon sind diese aber meilenweit entfernt.


Claus Kleber hat es auf den Punkt gebracht. Dem ist nichts mehr hinzuzufügen.

Freiheitsindex 2023

Geben wir Herrn Weselky ein wenig Raum. Er ist bei vielen von uns Deutschen eine Reizfigur, indem er immer wieder zu Streik aufruft. Die Berichterstattung in den Medien fördert diesen Groll ganz eindeutig.

Hier ist ein weiteres Beispiel für die Meinungsmache der öffentlich-rechtlichen Medien.

Ich bin letztlich auch in die Falle getappt, die Streikenden zu verurteilen, was ich in Anbetracht dieser Auswertung als falsch empfinde.


Betrachten wir zwei Fragestellungen zur Marktwirtschaft. Wie stark soll sich der Staat in die Preisbildung einmischen. Die Frage ist durchaus berechtigt, da ja normalerweise Angebot und Nachfrage automatisch regulieren.

Dieses Ergebnis finde ich echt erstaunlich. Offensichtlich bestand sehr lange die Meinung, dass der Staat regulieren soll.

Dies scheint nun zu kippen. Erstmalig sprechen sich mehr der Befragten gegen stattliches Eingreifen aus.

Freiheitsindex 2023

Sehr deutlich wird hier, dass die Menschen beim Thema bezahlbarer Wohnraum sehr sensibel reagieren.

Ich halte den Mietpreisdeckel für eine komplette Fehlentwicklung. Er sorgt dafür, dass weniger in Wohnungsbau oder -sanierung investiert wird, was das Problem verschärft.

Ich bin selbst Vermieter und muss über die Miete die laufenden Kosten der Wohnung finanzieren können. Da leider die Kosten für Instandsetzungen enorm gestiegen sind, müssen zwangsläufig auch die Mieten steigen, insbesondere dann, wenn mit der Miete die Finanzierung (meist bei neu geschaffenem Wohnraum) ebenfalls abgedeckt sein muss.

Es ist insbesondere für Menschen wie mich derzeit völlig unattraktiv, dringend benötigten neuen Wohnraum zu schaffen oder Altbestand zu sanieren. Die erwartbaren Mieteinnahmen decken die Kosten einfach nicht mehr.

Also liebe Freunde der Mietpreisdeckelung: Nehmt mal den Taschenrechner zur Hand und rechnet nach!

Wir liegen derzeit bei 3,5 % Zinsen für 10 Jahre Zinsbindung. Pro Quadratmeter sind 2 500 € Baukosten mittlerweile die Untergrenze. Eine 70-qm-Wohnung kostet neu demzufolge ca. 175 000 € zzgl. ca. 10 % Kosten für Behörden, Notar usw. – summa summarum also 192 500 €.

Die Finanzierung schlägt daher mit

192 500 € * 0,035 / 12 = 561 € monatliche Zinsen
192 500 € * 0,001 / 12 = 160 € monatliche Tilgung
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561 € + 160 € = 721 € Kaltmiete

zu Buche. Bei 1 % Anfangstilgung dauert die Abzahlung 30 Jahre! Das ist das optimistischste Szenario aus Sicht der Höhe der Kaltmiete. Damit ergibt sich eine Miete von 10,30 € pro Quadratmeter, ohne Schaffung von Rücklagen.

Richtig aus meiner Sicht wäre es, die Baubranche mittels Anreizen zu beleben. Das hätte den Vorteil, dass langfristig die Baupreise zumindest nicht weiter steigen. Aber das ist ein ganz anderes Thema…


Etwas Versöhnliches zum Abschluss meiner Ausführungen zum Freiheitsindex 2023: Wenn die Befragten zwischen Freiheit und Gleichmacherei entscheiden sollen, dann geht die Tendenz so deutlich wie noch nie in Richtung Freiheit.

Ich schließe mich der Mehrheit an. Die Deutschen haben in der jüngeren Vergangenheit lange und intensiv für ihre Freiheit gekämpft – ausgangs des 2. Weltkrieges und ganz besonders 1989/90 für unser geeintes Vaterland.

Über viele Jahre schwankten die Angaben nur wenig (zwischen 44 und 51 bzw. 37 und 41). 2023 sind deutliche Ausreißer (in der Statistik heißt das tatsächlich so) zu erkennen.

„Im Zweifel für die Freiheit“ ist von einem Mittelwert von 47,5 (1996 bis 2022) auf 56 geklettert. Gleichzeitig sank „Im Zweifel für die Gleichheit“ von durchschnittlich 39 auf 29 im Jahr 2023. Besonders letzterer Wert ist deutlich nach unten gegangen.

Freiheitsindex 2023

Unsere Freiheit und unsere Demokratie sind derzeit gefährdet. Warum? Weil wir verstehen müssen, dass beides keine Selbstverständlichkeit ist, sondern dass es wichtig ist, für beides einzustehen und ggf. dafür zu kämpfen. Der Freiheitsindex 2023 zeigt das unter anderem sehr deutlich.


Ich lese derzeit das Buch „Land ohne Mut“ von Michael Esfeld (ISBN: 978-3982277165). Inhaltlich geht es um das Versagen der Urteilskraft im Zusammenhang mit Szientismus. Der Autor widmet sich sehr ausführlich aus Sicht des Philosophen und Wissenschaftlers der Frage der Freiheit und ihrer Grenzen. Wie ist unser Rechtsstaat entstanden, wann sind die Entscheidungsträger falsch abgebogen und wie können wir die Moderne wiederbeleben und zu einem selbstbestimmten freiheitlichen Leben zurückkehren?


Gleichzeitig empfehle ich die aktuellen Publikationen von Marcel Barz. Ich finde die Recherchen aus meiner Sicht als Mathematiker sehr erhellend.

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