UKW Spezial W 1932

Erstellt am 14. Juli 2021 | zuletzt bearbeitet vor 6 Monaten von Steffen

Das Kaiser UKW Spezial W 1932 ist ein reiner UKW-Empfänger aus den Jahren 1960/61. Das Grundprinzip ist auch hier „Superhet“.

  • Hersteller: Kaiser
  • Typ: UKW Spezial W 1932
  • Baujahr: 1960/61
  • Empfangsprinzip: Superhet
  • Wellenbereiche: UKW
  • Spannungsarten: Wechselspannung
  • Zustand Gehäuse: befriedigend
  • Zustand Technik: in Revision

https://www.radiomuseum-bocket.de/wiki/index.php?title=Kaiser_UKW-Spezial_W1932

https://www.radiomuseum.org/r/imperial_w1932_ukw_spezial.html

https://radio-bastler.de/forum/showthread.php?tid=18842

Zustand bei Erhalt

Der Anbieter schreibt:

Kaiser UKW-Spezial W1932 von 1960, geht.
Siehe auch Radiomuseum.org/r/imperial_w1932_ukw_spezial.html
Küchenradio wie es damals von vielen Herstellern gebaut wurde. Gut erhalten, siehe Bilder, hat passablen Empfang auch mit normaler UKW-Antenne, besser als die interne Antenne ist ein eingesteckter Draht. Nur UKW!
Mängel: Bild 7 zeigt die Unterseite des Gehäuses, da ist ein Riss, der bei normaler Aufstellung des Radios nicht sichtbar ist!

Angebot des Verkäufers auf eBay

Der Riss im Boden ist gut zu erkennen, aber aus meiner Sicht gut reparabel. Ich bin gespannt…

Noch ein paar Bilder bei ausgebautem Chassis:

Instandsetzung des Kaiser UKW Spezial W 1932

Warum sollte es bei diesem Radio anders sein? Einige der Kondensatoren mussten gewechselt werden. Neben den “Malzbonbons“ von Wima waren auch drei Scheibenkondensatoren verbaut, die spontan zerfielen.

Nach der Reinigung und dem Wechsel der Kondensatoren sieht das Chassis deutlich besser aus.

Gutes Aussehen allein reicht leider nicht… Das Radio empfängt, aber die Lautstärke ist viel zu gering. Die Verstellung der Höhen ist hörbar, der Lautstärkeregler ist wirkungslos.

Die Brummprobe hat funktioniert, also ist es ein Problem auf der HF-Seite, vermute ich.

Das Berühren der Steuergitter von Vorverstärker (Triode der EABC80) und Endpentode EL84 erzeugt im Lautsprecher ein Brummen. Man nimmt dazu einen Schraubenzieher und berührt ihn mit dem Finger. Im Falle der Triode ist das Brummen lauter. So soll es sein!

Nach der Korrektur eines Fehlers beim Anlöten von C206 (statt an Pin 8 war am Pin 7 der EABC80 angelötet ?) klingt das Radio jetzt so:

Der Fehler ist gefunden!! Es gab einen Kurzschluss zwischen der Verbindungsleitung des Schleifers (Lautstärkepotentiometer) und dem Gitteranschluss der Triode (EABC80) mit der Abschirmung. Am Potentiometeranschluss hat die Abschirmung die Seele berührt…

Das war aber leider nicht der einzige Fehler… Irgendwie klingt das Radio immer noch “komisch”. Den C206 habe ich jetzt vorsichtshalber auch noch abgeschirmt. Hat leider nichts gebracht.

Das Lautstärkepotentiometer habe ich geprüft, es zeigt einen normalen Verlauf. Es hat einen Gesamtwert von 1,6 MΩ, das sind 0,3 zu viel, die das beschriebene Problem nicht verursachen.

Der Anschluss eines Bluetooth-Adapters am TB-Eingang brachte Gewissheit: Die NF-Stufe ist in Ordnung.

Spannungsmessungen

Am Ladeelko liegen 250 V, am Siebelko 217 V an.

Schaltplan des Kaiser UKW Spezial W 1932

Röhrenbestückung

  • ECC85: Doppeltriode im UKW-Tuner
  • EF89 (I): Pentode, HF/ZF-Stufe
  • EF89 (II): Pentode, HF/ZF-Stufe
  • EABC80: Demodulator und Vorverstärker
  • EL84: Endpentode (NF-Verstärker)

Eine Hälfte der ECC85 fungiert als HF-Verstärker für das Eingangssignal. Die andere Triode ist ein selbstschwingender additiver Mischer.
C451 und Spule 1 der Bv314 bilden einen Schwingkreis. Die Spule 2 (rechte Seite) liefert die Steuerspannung für das Gitter der Triode 1. Im Anodenkreis liegt das Variometer Bv312 zur Abstimmung.
Der Oszillatorteil ist mit dem abstimmbaren Schwingkreis (Bv312, rechte Seite), dem Trimmkondensator und dem parallel liegenden Kondensator 456 gebaut. C461 blockt einerseits die Gleichspannung ab und ist andererseits der Schwingkreiskondensator der ZF-Spule Bv310.

Netzantenne

Im Radio ist eine sogenannte Netzantenne eingebaut. Diese nutzt das Stromversorgungsnetz als Antenne. Über C212 wird der Antennenschluss vom Netz entkoppelt. Dieser sollte folglich ein durchschlagfester Y-Typ sein. Hinzu kommt, dass alle Störungen im Haushaltsnetz (z. B. durch Schaltnetzteile verursacht) in den Empfang eingestreut werden.

Schaltplan

Der Schaltplan ist nur für angemeldete Benutzer sichtbar.

Aufrufe: 68