Erstellt am 24 Aug 2021 | zuletzt bearbeitet vor 1 Jahr von Steffen

Ich habe ein Temperatur Anzeige Messwerk gekauft. Es ist von Hartmann & Braun Frankfurt a/M. Gebaut wurde es ca. 1920. Es handelt sich um ein mV-Meter, das in °Celsius geeicht ist.

https://www.alte-messgeraete.de/elektrotechnik/hartmann-braun-frankfurt-a-m/millivoltmeter-in-celsius-geeicht/

https://www.historische-messtechnik.de/hersteller/g–i/hartmann-braun.php

https://radio-bastler.de/forum/showthread.php?tid=17752

Man kann Thermoelemente anschließen, so dass eigentlich Spannungen gemessen werden, die in °C angegeben werden. Die Funktionsweise erkläre ich am Ende der Seite.

  • Hersteller: Hartmann & Braun
  • Typ: ohne Typbezeichnung
  • Baujahr: 1920
  • Zustand Gehäuse: gut
  • Zustand Technik: revidiert, funktioniert

Zustand bei Erhalt des Temperatur Anzeige Messwerk

Altes, antikes Messgerät, Ohmmeter im Holzgehäuse H&B. Zustand: “Als Ersatzteil / defekt”.

Angaben des Verkäufers

Bilder des Verkäufers

Eigene Bilder

  • Das Gehäuse ist irgendwann einmal nass geworden. Einzelne Holzteile sind morsch.
  • Die Anschlüsse sind verrostet.
  • Das Messwerk sieht auf den ersten Blick sehr gut aus.
  • Die Verdrahtung muss repariert werden.

Instandsetzung

Das Gehäuse musste ich an mehreren Stellen neu verkleben. Außerdem gibt es leider Spuren von Feuchtigkeit. Trotzdem musste ich keine Teile ersetzen.

Das Messwerk selbst funktioniert tadellos. Hier gab es nichts zu tun.

Nach einer gründlichen Reinigung habe ich alles montiert.

Eine der Anschlussbuchsen ließ sich leider nicht ausbauen, da selbst Rostlöser nichts brachte. So bleib nur rohe Gewalt… Ich habe Ersatz bestellt.

Temperatur Anzeige Messwerk

Jetzt habe ich ein sehr schönes und sogar funktionsfähiges Deko-Objekt.

Schaltplan des Temperatur Anzeige Messwerk

Beim Schließen des Deckels wird das Messwerk quasi kurz geschlossen. Dazu ist seitlich ein Taster eingebaut, der beim Schließen des Deckels ebenfalls geschlossen wird.

Die beiden als Widerstände gekennzeichneten Bauteile sind als Spulen ausgeführt.

Funktionsweise von Thermolementen

Zwei elektrische Leiter aus unterschiedlichen Materialien sind am Ende miteinander verbunden. Wegen des thermoelektrischen Effekts (genauer des Seebeck-Effekts) sind damit Temperaturmessungen möglich.

Gemessen wird die Temperaturdifferenz zwischen der Messstelle (die direkte Verbindung der beiden Materialien) und einer Vergleichsstelle (in den meisten Fällen der elektrische Anschluss des Thermolements an die Leitungen, die zum Messgerät führen). Durch Thermoleitungen oder Ausgleichsleitungen kann diese Vergleichsstelle an einen entfernteren Ort (z. B. in die Nähe des Messgeräts) verlegt werden.

Aus der Temperaturdifferenz lässt sich die Spannung ermitteln, die jetzt entsteht. So liefert bspw. ein Platin/Rhodium-Platin-Thermolement eine Spannung von 17mV bei einer Temperatur von 1600°C (bezogen auf eine Vergleichstemperatur von 0°C). Umgekehrt kann somit aus der gemessenen Spannung auf die Temperaturdifferenz rückgeschlossen werden. Damit ließe sich bspw. der Schmelzprozess von Eisen überwachen (Schmelztemperatur von 1538°C).

Thermoelemente werden aber auch in Gas-Durchlauferhitzern eingesetzt, um die Flamme zu überwachen. Im erhitzten Zustand liefert ein solches Element eine Thermospannung von 30 – 40mV bei einem Strom von mehreren Ampere. Damit kann ein spezielles Magnetventil mit sehr niedrigem Spulenwiderstand (wenige mΩ) offen gehalten werden. Erlischt die Flamme, fällt die Thermospannung und das Ventil schließt sich.

https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/0/02/Thermosicherung.jpg (l. u. das Thermolement, aufgewickelt die Ausgleichsleitungen, r. o. das Magnetventil)

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