Bakelit

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Bakelit

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Bakelit (früher „Bakelite“) ist die Bezeichnung für einen Kunststoff, der erstmalig in der damaligen Bakelite GmbH in Berlin-Erkner hergestellt wurde.

Der Name geht auf den Erfinder Leo Hendrik Baekeland (geb. 1863 in Gent | Belgien, gest. 1944 in Beacon | USA) zurück, der Bakelite 1907 zum Patent anmeldete.

Es war der erste synthetische und in großem Stil industriell produzierte Kunststoff.

VE 301 Wn | Bakelit | Gehäuse

Bakelit ist ein sog. duroplastischer Werkstoff. Im Gegensatz zu den Themoplasten lässt es sich nicht wieder durch Erwärmen formbar machen. Dem Kunstharz wurden meist Zuschlagstoffe (Holzmehl, Gesteinsmehl, Textilfasern, leider manchmal auch Asbest) und Farbstoffe zugesetzt. Die Farbstoffe sorgen für das typische leicht marmorierte Aussehen.

Chemisch handelt es sich um eine Mischung aus Phenol und Formaldehyd, die unter Wärmeabgabe zu Poly-oxy-benzyl-methylen-glycol-anhydrid – so der chemisch vollständige Name (die Bindestriche dienen nur der besseren Lesbarkeit) – polymerisieren.

Neben Gehäusen für Radiogeräte oder Telefone (W48) wurde Bakelit wegen seiner Hitzebeständigkeit und der wärmeisolierenden Eigenschaften auch für die Herstellung von Griffen für Pfannen und Kochtöpfe verwendet. Selbst Schmuckimitate (Ersatz für Berstein oder Elfenbein) wurden aus passend eingefärbtem Bakelit hergestellt.

Sehr bekannt (insbesondere für die Menschen aus der ehemaligen DDR) sind die Karosserieteile des Trabant, die aus Phenolharz hergestellt wurden, welches mit Baumwollfasern verstärkt wurde. So entstand vermutlich das Wort „Plastikbomber“.

Heute kennen wir Phenoplaste als Hartpapier, das die Grundlage der Herstellung von Leiterplatten bildet.

Bakelit | Museum

In Kierspe (NRW) gibt es ein Bakelit-Museum. Es ist jeden 1. Mittwoch im Monat von 15:00 Uhr bis 18:00 Uhr geöffnet (außer an Feiertagen). 

Bildquelle:
https://www.kierspe.de/de/verein/heimatverein/bilder/bakelitmuseum/Bakelitmuseum-Altes-Amtshaus.JPG

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